Aufgrund einer Anzeige wurden im Januar 1961 im Grnen Tal nach Massengrber gesucht. In der Nhe bestanden zwischen 1940 und 1945 zwei Kriegsgefangenenlager. In einem Lager waren etwa 400 franzsische, belgische und andere Gefangene untergebracht, die nach dem internationalen Kriegsrecht behandelt wurden. Diese Gefangenen wurden gut versorgt, arbeiteten in Betrieben oder in der Landwirtschaft und hatten zeitweise freien Ausgang. Im zweiten Lager waren 400 bis 600 sowjetische Gefangene zusammengepfercht. Die sowjetischen Gefangenen mussten schwerste und gefhrliche Arbeiten leisten und erhielten eine unzureichende und minderwertige Ernhrung. Bei der ffnung der sieben Massengrber im Mrz 1961 wurden Berge von Skeletten gefunden. Etwa 300 Sowjetsoldaten wurden getrennt von 200 Franzosen, Belgiern und anderen in den Grbern gefunden. Am 27. Juli 1929 hatten Vertreter von 46 Staaten in Genf das "Abkommen ber die Behandlung von Kriegsgefangenen" unterzeichnet. Es regelte die Ausstattung der Lager, die Versorgung von Gefangenen mit Nahrung, Kleidung, Medizin und sanitren Einrichtungen. Kriegsgefangene durften nicht in der Rstungsproduktion und im -transport eingesetzt werden. Das Abkommen war vlkerrechtlich verbindlich fr die Behandlung der Kriegsgefangenen im Zweiten Weltkrieg. Doch die Sowjetunion gehrte nicht zu den Unterzeichnern. Das nationalsozialistische Deutsche Reich nahm den Hungertod von Hunderttausenden gefangener sowjetischer Soldaten bewusst in Kauf. Und: die Sowjetunion hat ihre Soldaten in deutscher Gefangenschaft nach der Befreiung 1945 nicht geehrt, weil man sie als Verrter und Kollaborateure oder Feiglinge ansah. Wenn alljhrlich am 8. Mai den Befreiern und der Opfer der Nazi-Diktatur gedacht wird, ist das Schicksal der russischen Kriegsgefangenen nahezu vergessen. Die Inschriften in den Bodenplatten des Ehrenmals im Grnen Tal sind so mit Moos zugewachsen, dass man sie kaum noch lesen kann. Ein Anruf bei der Leiterin des zustndigen stdtischen Betriebes wird wie folgt beantwortet: die Reinigung findet einmal im Jahr statt, die Saison sei gerade erffnet und der Knstler wnscht keine aggressive Reinigung des Steins.
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